Wenn du eine eigene Website hast, dann willst du sicher auch, dass sie gesehen wird. Klar – eine Website ohne Besucher ist wie ein Schaufenster in einer Seitenstraße bei Nacht: keiner schaut rein, keiner weiß, dass du da bist. Und genau deshalb ist SEO selber machen so wichtig.
Doch viele schrecken zurück. Sie glauben, SEO sei was für Tech-Nerds oder große Firmen mit riesigem Marketingbudget. Dabei stimmt das nicht. SEO kannst du selber machen – und das sogar ziemlich gut.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Schritt für Schritt deine Website sichtbarer machst. Ohne Fachchinesisch. Ohne unnötigen Aufwand. Dafür mit ehrlichen Tipps, Beispielen aus dem Alltag und einem klaren Ziel: Mehr Sichtbarkeit, mehr Besucher, mehr Kunden.
Was ist SEO – und warum betrifft dich das?
SEO steht für „Search Engine Optimization“ – also Suchmaschinenoptimierung. Das bedeutet: Du gestaltest deine Website so, dass Suchmaschinen wie Google genau verstehen, worum es geht, und sie bei passenden Suchanfragen möglichst weit oben anzeigen.
Denn die Realität ist: Die meisten Menschen klicken auf eines der ersten drei Ergebnisse bei Google. Wenn du auf Seite 2 landest, bist du quasi unsichtbar. Egal, wie gut dein Angebot ist.
SEO hilft dir dabei:
besser gefunden zu werden
deine Zielgruppe zu erreichen
ohne Werbung neue Anfragen zu bekommen
dich gegen Wettbewerber durchzusetzen
Und ja, das geht auch als Einzelunternehmer, Handwerker, Dienstleister oder Verein. Du brauchst nur ein bisschen Zeit, eine klare Strategie – und diesen Beitrag.
SEO selber machen – was du dafür brauchst
Bevor wir loslegen: Nein, du brauchst keine Programmierkenntnisse. Du brauchst kein teures SEO-Tool. Du brauchst nicht mal besonders viel Technikverständnis.
Was du brauchst:
eine eigene Website (z. B. WordPress, Jimdo, Wix oder ähnliches)
Lust, dich mit deiner Zielgruppe auseinanderzusetzen
etwas Geduld (SEO ist kein Schnellschuss)
die Bereitschaft, deine Inhalte regelmäßig zu verbessern
Wenn das passt, kannst du direkt loslegen. Schritt für Schritt. Jeder einzelne bringt dich näher an dein Ziel: Sichtbarkeit.
Schritt 1: Versteh deine Zielgruppe – bevor du optimierst
SEO beginnt nicht bei Google – sondern bei deinen potenziellen Kunden. Denn wenn du nicht weißt, wer nach dir sucht und wie sie suchen, wirst du auch nicht gefunden.
Frage dich:
Was sind typische Fragen deiner Kundschaft?
Welche Probleme wollen sie lösen?
Welche Begriffe verwenden sie dafür?
Tipp: Achte bei Gesprächen mit Kunden darauf, wie sie deine Leistung beschreiben. Das sind oft die besten Keywords!
Ein Handwerker redet von „Wärmedämmung mit PU-Schäumen“. Der Kunde sucht bei Google aber eher nach „Dach dämmen ohne Baustelle“. Genau da musst du ansetzen. In der Sprache deiner Kunden, nicht in deiner.
Schritt 2: Finde die richtigen Keywords
Keywords sind die Begriffe, die Menschen bei Google eingeben, um etwas zu finden. Wenn du weißt, welche das sind, kannst du deine Inhalte darauf ausrichten – und Google weiß: „Diese Seite passt genau zu dieser Suche.“
So findest du Keywords:
Gib deinen Beruf + Ort bei Google ein (z. B. „Heilpraktiker Köln“) und schau, was Google ergänzt
Nutze Tools wie Ubersuggest, AnswerThePublic oder einfach Google Trends
Sprich mit deinen Kunden: „Was hast du bei Google eingegeben, um mich zu finden?“
Ein paar Beispiele für gute, realistische Keywords:
„Steuerberater für Kleinunternehmer Berlin“
„Badsanierung München Altbau“
„Shiatsu Massage Regensburg“
Wichtig: Du brauchst pro Seite ein Haupt-Keyword. Sonst weiß Google nicht, worum’s geht.

Schritt 3: Erstelle Inhalte, die wirklich helfen
Google liebt gute Inhalte. Und deine Leser*innen auch. Gute Inhalte sind nicht die, die am besten verkaufen – sondern die, die am meisten helfen.
Stell dir vor, jemand sucht bei Google nach „Was kostet eine neue Heizung?“. Wenn du dazu einen informativen Beitrag hast, wirst du angezeigt – und bist gleich als Experte sichtbar.
Was gute Inhalte ausmacht:
Sie beantworten eine konkrete Frage oder ein Problem
Sie sind verständlich geschrieben (keine Fachsprache!)
Sie sind ehrlich, hilfreich und praxisnah
Sie enthalten das Keyword (aber nicht zu oft)
Sie sind gut gegliedert mit Zwischenüberschriften
Du musst dafür nicht bloggen wie ein Profi. Ein einfacher Text, in dem du erklärst, wie du arbeitest, wie ein Projekt abläuft oder worauf man achten sollte, reicht oft schon aus.
Beispiel: Eine Fotografin schreibt einen Beitrag mit dem Titel „So läuft ein Familienshooting bei mir ab“. Ergebnis: Besseres Ranking, mehr Vertrauen – und neue Anfragen.
Schritt 4: Optimiere deine Website-Struktur
Wenn deine Website ein unübersichtliches Chaos ist, finden sich weder Besucher noch Google zurecht. Du brauchst eine klare, logische Struktur.
Was gehört dazu?
Jede Seite hat genau eine H1-Überschrift
Du nutzt H2 und H3 als Untergliederung
Deine Startseite sagt klar, wer du bist, was du anbietest und wo du arbeitest
Deine Navigation ist verständlich („Über mich“, „Leistungen“, „Kontakt“)
Jede Leistung bekommt eine eigene Unterseite
Wichtig: Verwende sprechende URLs – also statt /seite1.html
lieber /gartenpflege-leipzig
.
Tipp: Wenn du viele Leistungen anbietest, mach nicht alles auf eine Seite. Teil deine Inhalte auf – Google liebt Spezialisierung.

Schritt 5: Technisches SEO – keine Angst vor Technik
Keine Sorge, du musst jetzt kein Coder werden. Aber ein paar technische Basics solltest du beachten:
SSL-Verschlüsselung: Deine Seite muss mit https:// beginnen
Mobile Optimierung: Sie muss auf dem Handy gut aussehen
Ladezeit optimieren: Komprimierte Bilder, schlanker Code
Sitemap & robots.txt: Google helfen, deine Seite zu verstehen
Alt-Texte für Bilder: Damit Google sieht, was auf Bildern ist
Tipp: Nutze PageSpeed Insights, um deine Seite zu prüfen – und sprich mit deiner Webdesignerin oder deinem Anbieter, was sich verbessern lässt.
Wenn du WordPress nutzt, helfen dir Plugins wie Rank Math oder Yoast SEO, um viele dieser Punkte umzusetzen.
Beitragstipp: Ladezeit Optimierung: Warum eine schnelle Webseite mehr Erfolg bringt
Schritt 6: Local SEO – deine Region ist dein Spielfeld
Wenn du vor allem vor Ort Kundschaft gewinnst, ist lokales SEO dein bester Freund.
Was gehört dazu?
Google Unternehmensprofil anlegen: Kostenlos, sichtbar, top fürs Ranking
Bewertungen sammeln: Frag deine Kunden aktiv danach
Ort im Keyword: z. B. „Fotograf Landshut“ statt nur „Fotograf“
Regionale Seiten: Wenn du in mehreren Orten arbeitest, mach dafür eigene Unterseiten
Externer Linktipp: Google Unternehmensprofil erstellen
Damit schaffst du’s in die Google-Karte und in die lokalen Suchergebnisse – da, wo echte Kunden nach dir suchen.
Schritt 7: Backlinks aufbauen – Empfehlungen für Google
Backlinks sind Links von anderen Websites zu deiner Seite. Sie zeigen Google: „Diese Seite ist vertrauenswürdig.“
Aber: Du brauchst keine Massen an Links. Lieber ein paar relevante, ehrliche Verlinkungen als viele gekaufte.
Wie kommst du an gute Backlinks?
Kooperiere mit Partnern, Vereinen, Netzwerken
Schreibe Gastbeiträge (z. B. für ein Regionalmagazin)
Trag dich in seriöse Branchenverzeichnisse ein
Verlinke dich mit anderen Selbstständigen deiner Region
Wichtig: Der Linktext sollte nicht „Hier klicken“ heißen, sondern dein Thema enthalten – z. B. „Heilpraktikerin in Köln“.
Schritt 8: Halte deine Inhalte aktuell
SEO ist kein Einmal-Projekt. Google liebt aktuelle Inhalte. Wenn du deine Website jahrelang nicht anfasst, sinkt die Relevanz.
Deshalb:
Überarbeite deine Texte regelmäßig
Ergänze neue Informationen
Reagiere auf häufige Fragen deiner Kundschaft
Prüfe, ob deine Keywords noch passen
Tipp: Nimm dir alle drei Monate 1–2 Stunden Zeit für deine Website. Das reicht oft schon, um aktuell zu bleiben.
Schritt 9: Vermeide typische SEO-Fehler
Es gibt ein paar Dinge, die du unbedingt vermeiden solltest:
Keyword-Stuffing: Also das übertriebene Wiederholen von Begriffen – klingt unnatürlich und wird abgestraft
Doppelte Inhalte: Jede Seite sollte ein eigenes Thema haben
Veraltete Infos: Ein Beitrag von 2017 mit veralteten Tipps schreckt eher ab
Unklare Struktur: Google liebt Klarheit
Fehlende Kontaktmöglichkeiten: Mach es deinen Besuchern einfach
Wenn du diese Fehler vermeidest, hast du schon mehr richtig gemacht als viele andere.
Schritt 10: Dranbleiben – SEO ist ein Marathon
Und jetzt der wichtigste Punkt: SEO braucht Zeit.
Du wirst nicht morgen auf Platz 1 landen. Aber wenn du dranbleibst, Inhalte erstellst, deine Seite pflegst und dich ehrlich um deine Besucher kümmerst – dann wirst du wachsen. Stück für Stück.
Und irgendwann wird’s ganz normal, dass du neue Anfragen über Google bekommst. Ohne Werbung. Ohne Druck. Einfach, weil du sichtbar bist.
Wenn du magst, unterstütze ich dich auch bei der Umsetzung: mit Texten, Analysen oder einem SEO-Coaching. Aber selbst wenn du’s ganz allein machst – du bist jetzt bereit.
Los geht’s – mach dich sichtbar.